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Dienstag, 19. Oktober 2010

Ein Land wie aus nem Film

Nach Chicago hatten wir noch zwei Tage zu fahren, um die Ostküste und New Haven zu erreichen. Und je weiter wir in Richtung Osten kamen, desto herbstlicher wurde die Welt um uns herum. Den ersten Tag haben wir es bis nach Pensylvania geschafft und einen Campground in einem bunt gefärbten Wald, genauer im Black Moshannon State Park, aufgesucht. Auch hier war zu erkennen, dass die Saison schon vorbei war. Die eine Hälfte des Platzes war schon abgesperrt und die Andere mit uns und einem weiteren Camper besetzt. Was für eine Ruhe... Lustiger Weise gab es hier, mitten im Wald aber richtige Luxus-Bäder. Scheinbar vor kurzem erst komplett neu gemacht, beheizt und mit endlos warmem Wasser.

Tags darauf sind wir dann wieder bei Micha angekommen, um unser Auto am nächsten Tag in New York zu tauschen. Da Micha noch arbeiten war (wie kann er nur?), machten wir noch einen Abstecher zu Walmart, um nach einem neuen Koffer für Ron zu sehen. Unsere erste Packübung am Abend zuvor brachte zum Vorschein, dass es doch etwas schwieriger wird, wieder alles mit nach Hause zu bekommen. Da es da aber nichts günstiges gab, beendeten wir den Abend bei Micha mit Auto ausräumen und Blog schreiben.

Früh morgens machten wir uns dann auf nach New York, um unseren zweiten Mietvertrag anzutreten. Voll getankt und zumindest von Außen geputzt stellten wir also das Auto bei Hertz ab und nach einigen Minuten Papierkram ausfüllen und dem Wunsch nach einem weiteren Chevy Traverse standen wir vor unserem neuen Auto: Einem weißen Traverse aus Oregon. Dem gleichen, den wir grad eben abgegeben hatten, nur jetzt noch ein zweites mal von außen und zudem von innen geputzt...

Deshalb sind wir also eine Woche früher wieder nach New York zurück gekommen: um unser Auto einmal putzen zu lassen. Diese Autovermietung soll mal noch einer verstehen.

Zurück in New Haven deckten wir uns noch mit Lebensmitteln für die nächste Woche ein, packten das Auto wieder schlaftauglich zusammen und ließen den Tag dann mit was richtig außergewöhnlichem ausklingen: mit einem Kinofilm.

"The Town" wurde zusammen mit Micha im lokalen Kino geschaut. Ein gut gemachter Bankräuber-Film, welcher in Boston spielt. Und ich muss sagen, wenn man dieses Land schon mal erlebt hat, sieht man solche Filme plötzlich mit etwas anderen Augen. Ganz auffällig: eine Szene in einem Waschsalon. Wo ich mir zu Hause gedacht hätte: "Wo gibts denn sowas, bitte?", ist es hier eher: "Joa, ein Waschsalon, genau wie es ihn an jeder dritten Straßenecke gibt.". Schon irgendwie komisch.