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Dienstag, 26. Oktober 2010

50 Meilen Sandstrand

Das letzte Ausflugsziel unserer Reise war erreicht. Cape Cod. Eine Sichelförmige Halbinsel am östlichen Ende Massachusetts. Da wir nur noch einen Tag dafür zur Verfügung hatten und es auch hier viel zu viel zu sehen gab, ging es früh aus den Federn. Natürlich brachen wir nicht auf, ohne ein ausgedehntes Frühstück und eine warme (!) Dusche. Letztere habe vor allem ich genossen, denn bei 4°C Außentemperatur sich in einem ungeheizten Kasten mit eiskaltem Wasser abzuduschen war wirklich kein Vergnügen.

Der Tag startete schon mal gut mit relativ warmem Wetter und einer netten Dame an der Anmeldung. Es hat schon Vorteile, außerhalb der Saison Urlaub zu machen. So konnten wir zu einem vergünstigten Tarif nächtigen und trotz dem wir uns eine Site mit Wasser und Strom zum Akku laden ausgesucht hatten, mussten wir nur für eine primitive Campsite bezahlen. Internet gab es auch, allerdings nur in einer extra Hütte. Diese war dafür mit allem ausgestattet, was man so zur Ablenkung benötigt: Spiele, einem Billard-Tisch, bequeme Sofas und nicht zu vergessen einem riesigen Flachbildfernseher. Aber es gab viel zu sehen und so wurden nur kurz Mails gecheckt und los ging's mit dem Auto.

Unser erstes Ziel war wie üblich ein Visitor Center, um uns mit aktuellen Informationen zu Trails und Points of Interest zu versorgen. Zunächst fanden wir nur das unscheinbare Visitor Center der Stadt Eastham, welches aber mit dem Ende der Saison schon zu gemacht hatte. Mit einigen kostenlosen Karten ausgerüstet (die immerhin den Hinweis "not scaled" trugen ;), fanden wir dann aber auch das "Salt Pond Visitor Center" des Nationalparks. Dort wurden wir auch gleich von einem Ranger angesprochen und mit ausreichend Karten- und Wegematerial ausgestattet.

Vom Visitor Center ging auch gleich einer der Wanderwege los und so packten wir nur das Nötigste zusammen und machten uns auf den Weg. Der "Nauset Marsh Trail" führte uns gleich zu dem direkt hinter dem Visitor Center gelegenen Salz Marsch, eine von hohem Gras bedeckte Wasserlandschaft mit allerlei interessantem Getier. In der Ferne konnte man sogar schon den Ozean erkennen.

An Tieren waren vor allem unzählige Fische zu sehen, die in leicht milchigem Wasser schwammen und von der Ebbe in ihrem kleinen Teich gefangen wurden. Lustig daran war, sobald man sich auf dem vorbei führenden Steg bewegte, tauchte der gesamte Schwarm in das Wasser ab. Dann dauerte es erst einmal wieder einige Minuten, bis sich die kleinen Dinger Alle wieder an die Oberfläche getraut haben. Und es waren ganz schön viele Fische in dem bisschen Wasser. Anfangs hab ich sie sogar für an der Oberfläche treibendes Schilf oder Ähnliches gehalten.

So etwas zieht natürlich auch Jäger an und so stand auch ein Graureiher im Gras und wartete auf seine Chance... Und dazu kam dann noch ein Adler (oder etwas in der Art), der in aller Ruhe über das Gras segelte und sich dann auf einen Baum in einiger Entfernung setzte. Aber mit ein bisschen zoomen haben wir ihn auch erwischt.

Vor uns schlenderte auch noch ein älteres Pärchen den Weg entlang. Und selbiger führte direkt unter dem Baum entlang, auf dem der Adler saß. Der Mann hatte es auch schon geschafft bis fast unter den Baum zu kommen. Allerdings sollte man aus einer solch kurzen Entfernung nicht unbedingt die ganzen nutzlosen Geräusche an seiner Digitalkamera angeschaltet lassen. Viele Bilder hat er dementsprechend von dem Adler nicht schießen können...

Zurück am Auto musste erst einmal für angemessene Kleidung gesorgt werden. Irgendwie waren wir schon auf Herbst eingestellt. Allerdings lag die Temperatur bei über 20°C und die Sonne schien. Da musste natürlich die kurze Hose noch ein letztes Mal ausgepackt werden.

Die nächste Station unserer Tagestour war der "Coast Guard Beach". Dort erwartete uns schon ein im Sonnenschein leuchtendes weißes Gebäude mit aufgesetztem Leuchtturm. Irgendwie sehen die meisten Leuchttürme hier nicht so aus wie bei uns, sondern wie normale Wohnhäuser, die nachträglich noch umgebaut wurden. Natürlich warfen wir auch noch einen ersten Blick auf den Strand. Schon sehr hübsch so ein breiter Sandstrand, der sich in beiden Richtungen ins unendliche streckt und man weiß, dass man den ganzen Tag an diesem Strand entlang wandern könnte, ohne das Ende zu erreichen.


Ein Stück weiter mit dem Auto bekamen wir dann aber doch noch einen vernünftigen Leuchtturm zu Gesicht: das "Nauset Light". Wie man sich das vorstellt, mit roten und weißen Streifen...


Weiter ging es mit dem Auto zum "Marconi Beach", wo wir noch ein paar Tierchen zu Gesicht bekamen, die wir bis dahin noch vermisst haben - Seelöwen. Diese tummelten sich da nahe des Strandes im Wasser und beobachteten mit großen Interesse die vorbei spazierenden Menschen. Insbesondere, wenn man sich in Richtung Wasser bewegt hat, tauchten immer wieder an verschiedenen Flecken Köpfe mit großen Augen aus dem Wasser auf, genauestens alle Bewegungen beobachtend.


Den nächsten Stopp machten wir an der "Marconi Station Site". Von dort wurde zum ersten Mal überhaupt eine Nachricht kabellos über den Ozean nach Europa geschickt. Allerdings war von der Station nicht mehr viel zu sehen, da die riesigen Antennen des Metalles wegen im zweiten Weltkrieg demontiert wurden und der Rest dem Meer zum Opfer fiel. Die Station wurde an einer Steilküste errichtet und wie es bei derartigen Küsten üblich ist, verändert sich der Verlauf der Kante im Laufe der Zeit relativ stark.

Von der Marconi Site aus nahmen wir auch unseren nächsten Trail in Angriff - den 1,5 Meilen langen "Atlantic White Cedar Swamp Trail". Dieser führte durch ein größeres Waldgebiet mit einem sehr sumpfigen Stück, welches man über einen Holzsteg durchqueren musste. Bei voller Bewaldung im Sommer hat das sicherlich noch ein etwas anderes, urwaldmäßiges Flair. Aber auch so konnte man, mit dem richtigen Blick, einige sehr hübsche Fotos machen.


Anschließend ging es weiter zum nächsten Leuchtturm, dem "Highland-" oder auch "Cape Cod Light". Dies war allerdings etwas enttäuschend, da es nur ein etwas dreckig aussehender, weißer und unscheinbarer Leuchtturm war. Als Hauptattraktion eignet sich dieses Ding meiner Meinung nach nicht. So machten wir uns wieder auf den weg und nachdem wir unserem Auto mal wieder etwas zu schlucken gegeben hatten, ging es zu den "Pilgrim Heights", wo 1620 einige Pilgerer mit der "Mayflower" anlegten und die Halbinsel zu erkunden begannen.


Weiter ging es dann zu unserer letzten Wanderung des Tages, dem "Beach Forest Trail". Dieser führte durch bunten Wald, welcher fast vollständig auf den Sanddünen gewachsen war. Um einen Blick auf den nahenden Sonnenuntergang werfen zu können, nahmen wir auch noch einen Abstecher auf eine der Sanddünen in kauf. Und nach 15m die Düne hinauf hatten wir einen schönen Überblick über eine leicht bewachsene Sandlandschaft mit einem golden leuchtenden Himmel.


Nach einer kurzen Runde durch die Dünen, ohne einen weiteren Ausweg zu finden, nahmen wir den gleichen Weg zurück zum Trail und weiter ging es zum nördlichsten Punkt der Insel. Wie könnte es auch anders sein: Strand, soweit das Auge reichte. So konnten wir die untergehende Sonne noch einmal sehen und ein paar hübsche Bilder schießen.


Anschließend mussten wir noch ein letztes Abschiedsbild mit unserem "Kleinen" machen...


Und dann ging es weiter zum "Herring Cove Beach", wo uns noch etwas Lustiges erwartete. Eine Art Autokino zum Sonnenuntergang! Es zog sich ein etwa 700m langer Parkplatz, der nur aus einer einzigen Reihe bestand, am Strand entlang. Und zwar so ausgerichtet, dass man den Sonnenuntergang über dem Offenen Wasser direkt vor sich hatte. Von Romantik hat das natürlich nichts mehr, wenn im Sommer da Auto an Auto steht...




Da wir den Sonnenuntergang aber schon hinter uns hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz, um das Internet noch ein wenig zu nutzen. Nach dem Abendessen machten wir uns also auf in die "Spielhütte". Dummerweise war das Internet aber so lahm, dass ans Bloggen nicht zu denken war. So konnten nur noch Mails geschrieben und versendet werden und nebenbei wurde auch der Fernseher mal angemacht. Weit über zweihundert Kanäle waren zu empfangen, da kann man den ganzen Abend durchzappen, ohne einen Sender zweimal einschalten zu müssen! Haben wir aber nicht gemacht, sondern sind an einem Sender hängen geblieben, auf dem den die ganze Zeit "American Dad" und "Family Guy" liefen. Lustig, das auf englisch gucken zu können. So ging dann auch der letzte Abend in "Freiheit" schneller vorbei als gehofft...

Montag, 25. Oktober 2010

Und wieder ab in den Süden

Der letzte morgen im Acadia National Park war echt kalt. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, Schatten und steifer Brise habe ich so gezittert, dass das Essen wirklich anstrengend war. Aber es half ja nichts. Essen muss sein ;), wenn es danach im Auto für Stunden wieder in Richtung Süden geht.
Einen längeren Stopp haben wir gemacht, nachdem wir eine für diesen Landstrich ungewohnt aussehende Brücke überquerten.


Um Bilder von der Pylonenbrücke und der schönen Kulisse machen zu können ging es also vom Weg ab um etwas später Eintritt für einen Aussichtspunkt in der Brücke und ein daneben liegendes Fort zu bezahlen.
Als die Fotos von außen geschossen waren, ging es erst mit dem Fahrstuhl und dann noch zu Fuß in die 442 Fuß hohe Spitze eines der Pfeiler.


Der Ausblick war grandios, obwohl mal jemand die Scheiben hätte putzen können.

Wieder unten angekommen, hatte Robert die Möglichkeit einen wirklich tollen Schnappschuss zu machen.

Ob die beide wohl den gleichen Friseur haben? (Bestimmt nicht, der Hund hatte definitiv den besseren ;) )
Danach ging es noch ins Fort Knox. Und nein, das war nicht das mit dem ganzen Gold ;) Hier war stattdessen schon alles auf Halloween eingestellt.


Voll gruselig ;) aber auch irgendwie faszinierend, wie viel Arbeit man hier in dieses "Fest" investiert.
1844 wurde begonnen das Fort zu bauen, 20 Jahre wurde daran gebastelt, dann wurde aufgehört und das Ding wurde nie fertig gestellt.

Naja, selbst so hätten dort 135 Kanonen platz gehabt, aber, nur 74 wurden montiert!

Beeindruckend war das ganze Gebiet trotzdem und die zwei 15 inch Rodman Kanonen, die noch da waren, konnte auch jeder "von innen" begutachten ;).

Nachdem wir das Gelände abgelaufen hatten und nebenbei den tollen Sonnenschein genossen hatten, ging es mit dem Auto weiter in Richtung Nottingham in New Hampshire. Dort kamen wir pünktlich zu "Ladenschluss" im Pawtuckaway State Park an. Zur Registrierung für eine Nacht war es schon zu spät, aber wir konnten wenigstens die wichtigste Frage loswerden. "was ist mit Duschen?" - Tja, was war wohl mit den Duschen. Die waren abgestellt.
Da es die letzten drei Tage aber kein warmes Wasser aus der Wand gab, haben wir uns entschieden den nächsten, laut Campbook offenen, Campingplatz anzufahren.

Ein Satz mit "X", "Das war wohl nix"!

Im Greenfield State Park angekommen, standen wir mitten im Wald vor verschlossenen Toren. Also ging es weiter. Gegen zehn haben wir schließlich in Jaffrey den Monadnock State Park erreicht und wurden von einer freundlichen Rangerin auf den Pond Campground geschickt, da der State Park schon geschlossen war. Auf diesem Campingplatz waren zwar die Duschen auch schon abgestellt, aber es wurde uns versichert, dass die Duschen im Park noch funktionieren würden. Das soll noch einer verstehen?!
War uns in diesem Moment aber recht und da es schon spät war ;), ging es einfach nur ins Bett.

Der nächste Morgen startete wie immer mit einem Frühstück, dieses endete dieses mal aber im Regen. Anschließend ging es zum State Park, um unter die Dusche zu springen. Am Tor mussten wir uns dann erst einmal wieder mit 25cent-Stücken eindecken, um die Duschen bezahlen zu können.
Von den drei vorhandenen Duschen war ein "out of order" und nach einer Inspektion der zwei anderen stellten wir fest, dass aus hygienischen Gründen ;) nur eine verwendbar ist. Robert hat den Anfang gemacht und ich habe mich erst einmal mit dem Waschbecken im Restroom zum Zähne putzen zufrieden gegeben. Als Robert dann mit den Worten "Jetzt ist mir aber warm" zurück kam, war mein einziger Gedanke, ob denn das Wasser aus der Dusche auch so eisenhaltig ist wie im Toilettenhäuschen. Kurz danach klärte sich die Situation geklärt und ich erfuhr, dass er Geld für eine eiskalte Dusche bezahlt hatte, obwohl aus dem Wasserhahn warmes Wasser kam.

Ich habe mich dann nicht dazu durchringen können unter die Dusche zu springen. Also musste zum Waschen wieder das Waschbecken herhalten.

Frisch und sauber machten wir uns nun auf den Weg zu Melanie nach Hartford.
Da hat sie sich eine echt tolle Wohngegend ausgesucht ;). Schöne, riesige Häuser inmitten von alten großen Bäumen, die zwar manchmal alt aussehen, es aber nicht sind (darauf stehen die Amis glaube ich). Davor der typische, kurz getrimmte, saftig grüne Rasen, der hier nicht von Zäunen oder andere Begrenzungen zerstört wird. Zum Glück sind Hunde schlaue Tiere und merken sich nach einigen Stromschlägen aus dem Halsband, wo ihr mit elektrischem Zaun abgestecktes Grundstück endet.
Nach einer kurzen Begrüßung begaben wir uns alle, zusammen mit Hund Lexi mit Melanies Auto in Richtung Natur. Dabei machte unsere Chauffeurin einen kurzen Bogen durch die University of Connecticut, die sich zu einer richtigen kleinen Stadt entwickelt hat und sich laut Melanie in der "totalen Einöde" befindet.

Es war trotzdem beeindruckend zu sehen, was es hier so alles gibt. Fitnessstudio, Kino, kleine "Mall", ach ja und natürlich Institute, welche die scheinbar riesige Anzahl von Studiengängen erahnen ließen. Wir fuhren aber weiter und waren einen kurzen Augenblick danach auch wieder in einem von Herbst gefärbten Wald, kamen an Melanies alter WG vorbei und haben dann im Mansfield Hollow State Park angehalten. Hier wollten wir gemeinsam eine Runde um den See laufen, da die beiden "Ortsansässigen" das auch noch nicht geschafft hatten.


Trotz der vielen bunten Blätter, die den Weg nicht immer erahnen ließen, haben wir das auch geschafft und konnten uns nach einer kurzen Fahrt zurück zur Uni mit einem Eis aus der UConn Dairy Bar stärken. Das war vielleicht mal lecker und zu 100 Prozent aus der Uni, also vom Gras über Kühe, Milch, Sahne bis zum Eis mit den Früchten. Nach diesem Genuss ging es zurück nach Hartford und nach einem kurzen Gespräch mit der Gastfamilie von Melanie machten wir uns auf den Weg zu Counter Burger.
Ein Restaurant, in dem man sein Essen in Form eines Ankreuztestes zusammenstellt. Die Auswahl von Fleisch, Brötchen, Käse, Belag und Soße kann da echt schwierig sein. Wir haben diesen Test aber alle erfolgreich gemeistert und bekamen als Belohnung dann diese riesigen leckeren Burgen.


Ich frage mich jetzt echt, wo ich in Deutschland solche Dinger herkriege. In den USA ist Burgeressen sogar gesellschaftstauglich und nach der Info von Melanie kann man das auch in einem "Nobel-Golfclub", in dem man keine Jeans tragen darf, machen.
Ausreichend gestärkt machten wir uns nach nach diesem schönen Tag und einem Abschied auf dem Parkplatz am gleichen Abend noch auf zum Sweetwater Forest Campground auf Cape Cod.

Natürlich kamen wir für die Anmeldung zu spät auf dem im Wald liegenden Campingplatz an, aber das ist Dank Nachtregistrierung (einfach einen Stellplatz aussuchen und fertig) kein Problem gewesen. So konnte ich hier am Abend auch noch die Dusche genießen, auch wenn das Wasser so fein zerstäubt wurde, dass man das Gefühl hatte nur in einem dichten, warmen Nebel zu stehen.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Auflösung des Suchbildes

Nach mehreren Nachfragen, muss ich dann doch mal noch eine Auflösung zu unserem letzten Bilderrätsel posten. Ich muss zugeben, dass es nicht gerade einfach war. Aber es war lösbar, mit einem guten Auge und etwas Abstraktionsvermögen ;)

Hier nochmal das Suchbild im Ganzen:


Dann hab ich mal ein Stück davon herausgeschnitten. Der Pfeil zeigt genau auf Ron's Kopf. Jetzt sollte ihn eigentlich jeder finden.


Das war doch mal ein echt gutes Rätsel. Auf 9Live wird sowas ja wohl jeden Tag gelöst, da sollte das auch hier möglich sein. Und zwar ganz ohne teure Hotline :D

Samstag, 23. Oktober 2010

Ein überraschender Ausblick

Durch die feuchte Luft nach dem abendlichen Regen waren die Autoscheiben früh morgens völlig mit Wasser bedeckt. So mussten wir erst einmal die Heckklappe öffnen, um uns das Wetter anzusehen. Und es war trocken! Dafür blies der Wind aber eisig kalte Luft ins Auto. Die Sonne konnten wir dann beim Frühstück auch nicht genießen, da der Campground im Wald lag und somit nur vereinzelte Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Bäume fanden.

Nachdem wir uns mit Kaffee und heißer Schokolade halbwegs aufgewärmt hatten, ging es mit dem Auto los, den Rest der Hauptinsel des Acadia Nationalparks zu erkunden. Nach einem kurzen Zwischenstopp am "Schooner Head Overlook", mit Blick über Bucht und Felsküste standen Sandstrand und Küstenwanderung auf der Liste und so stellten wir das Auto am Great Head ab und machten uns zu Fuß auf in Richtung Otter Point.


Zunächst ging es durch den Wald, bis wir einen ersten Blick auf den einzigen Sandstrand des Parks werfen konnten. Nachdem ein kleiner Fluss überwunden war (was nach dem vorigen Tag kein Problem mehr war ;), wanderten wir zum anderen Ende der Bucht, wo der "Ocean Path" startete. Zum Baden war es auf jeden Fall zu kalt, da sich selbst im Sommer das Wasser dort nur auf etwa 10°C erwärmt .



Also ging es weiter, an einer zerklüfteten Felsküste entlang. Der Trail folgte der Küste für 2 Meilen. Auf der Hälfte der Strecke erreichten wir das "Thunder Hole". Allerdings war wegen der ruhigen See nicht viel von Donner zu hören. Stattdessen waren Scharen von Touristen da, die Wellenweise aus den Bussen heraus und hinein schwappten. 50 Meter weiter war man aber schon wieder in ruhiger Natur, fast völlig ohne Menschen. Schon lustig mit diesen Pauschaltouristen.


Auf dem restlichen Weg kletterten wir noch ein wenig auf den Felsen herum, bis wir zu einem Strand mit größeren, abgerundeten Steinen kamen. Ein wirklich hübsches Stück Küste.


Weiter ging es dann vorbei an den Otter Cliffs, einer recht hohen Steilklippe, bis zum Otter Point. Nachdem wir den Anblick dort ein wenig genossen hatten, ging es zurück zum Auto. Diesmal ohne Umweg, den gleichen Weg zurück. So hatten wir dann auch schon wieder 5 Meilen Wanderung bei schönstem Sonnenschein hinter uns gebracht.


Unser nächstes Ziel war der Cadillac Mountain. Wir wollten ja schon noch den Ausblick sehen, den wir Tags zuvor verpasst hatten. Und wir wurden nicht enttäuscht. Nur die Bedingungen waren nicht die Besten. Neben einem grandiosen Ausblick auf bunte Wälder, Meer mit kleineren Inseln und kleinen Küstenorten mussten wir uns mit einem fiesen kalten Wind herumschlagen. Das machte das Fotografieren schon recht schwierig. Vor allem unser zweiter Halt auf dem Gipfel, am Blue Mountain Overlook, gestaltete sich eher zu einem Kampf gegen den Wind, als einem gemütlichen Fotostopp.



Aber nochmal zum Vergleich:


Ausblick vom Cadillac Mountain Tags zuvor und an diesem Tage...


Zurück am Fuße des Hügels machten wir uns auf den Weg zum zweiten Teil der Insel. Mittlerweile war der Tag auch schon vorangeschritten und wir mussten uns ein bisschen ranhalten, um alles zu sehen, was wir uns vorgenommen hatten. So hielten wir als nächstes im Wonderland an und wanderten einen kurzen Trail entlang bis zur Küste. Sehr "Wonderland"-mäßig sah es da aber gar nicht aus. Vor allem, da gerade Ebbe angesagt war, und somit vor dem großen Wasser ein langes Stück dunkle, mit Algen und Schnecken besetzte Felsküste lag.

Also ging es weiter zum Bass Harbor Head Lighthouse. Ein gewaltiger Bau... oder auch nicht. Eigentlich nur ein normales Haus mit Licht oben drauf. Das würde man bei uns noch nicht einmal als Leuchtturm bezeichnen. Aber dank der langsam untergehenden Sonne bot sich dennoch ein sehr hübsches Bild mit Wolken und den vor der Küste liegenden Inseln.


Um den Sonnenuntergang noch richtig zu genießen, wollten wir noch den letzten Punkt des Tages anfahren: das "Pretty Marsh". Dummerweise machte uns die Saison wieder einen Strich durch die Rechnung, denn der Zugang zur Picnic area war schon abgesperrt. So mussten wir das Auto vor der Einfahrt abstellen und zu Fuß bis zum Wasser marschieren. Als wir da ankamen, war die Sonne allerdings schon verschwunden. So konnten wir nur von der Bucht noch ein paar Bilder machen und dann ging es auch schon wieder zurück zum Campground.


Auf dem Weg boten sich aber noch Gelegenheiten für Nachtaufnahmen und so kamen wir erst in völliger Dunkelheit zurück zu unserem Platz für die Nacht.