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Samstag, 4. September 2010

Suchbild

Hier noch etwas für die Rätselfreunde. Im folgenden Bild - aufgenommen an einem Baum an unserer Campingstelle - hat sich ein Tier versteckt. Wer findet es?


Antworten in die Kommentare rein. Viel Spaß beim suchen ;)

Waschbären sind frech und Feuer ist heiß

Nach einer Fahrt von etwa 220 Meilen sind wir dann ohne weitere Zwischenfälle an Fernandina Beach im Fort Clinch State Park angekommen. Das ist der nördlichste Park, den die Küste Floridas zu bieten hat.

Auch hier ging es, nachdem wir unseren Platz mit den Stühlen markiert hatten, wieder Richtung Atlantik. Diesmal aber richtig amerikanisch mit dem Auto, da der Zugang zur gekennzeichneten Badestelle ungefähr 3 Meilen weit entfernt lag.
Die Wellen werden, je weiter wir in den Süden kommen, immer größer und da das Wasser sowas von überhaupt nicht kalt ist, kann man den Kampf mit den Wellen schon einige Zeit aushalten. Lustiger Nebeneffekt: Auch im Wasser wird man braun :)





Bei Sonnenuntergang ging es dann zurück zu unserem Stellplatz, was dazu führte, dass wir unser Essen bei Dämmerung und Dunkelheit zubereiten und genießen mussten. Hier gab es auch kein Sternenzelt, da die riesigen, dicht gewachsenen Bäume jede Sicht zum Himmel nahmen.



Und beim Tischabräumen ist es dann passiert:
Robert war duschen und ich (ganz allein im dunklen Wald) gerade dabei die "Küche" (im Auto) aufzuräumen. Plötzlich höre ich, wie unser Emaillegeschirr (ja, sowas haben wir hier zum Campen und mit den Deckeln der Töpfe fühle ich mich wie früher beim "Nervenmachen" - Gruß an die Oma :) hinter mir auf dem Tisch klappert.
Also hab ich mir die Taschenlampe geschnappt und mich umgedreht. Da waren sie! Fünf Waschbären die sich trotz des Lichtes nicht haben davon abhalten lassen weiter die restliche Tomatensoße aus Schüsseln und Topf zu lecken. Um der Sache Herr zu werden (die Biester haben sich nicht verscheuchen lassen) habe ich schnell die Kochplatte von der Gasflasche ab- und die Lampe draufgedreht.
Licht, das war gut! So konnte ich alles etwas besser überblicken.
Als ich es dann geschafft hatte, den Tisch von den Räubern zu befreien (ich verdächtige ab jetzt Waschbären als Diebe meines Donats) und einen Blick auf das Auto warf, konnte ich erkennen, wie zwei dieser, im Zoo so friedlich aussehenden Tierchen versuchten hinein zu "klettern". Also schnappte ich mir den Käse, der noch auf dem Tisch stand um dann zum Auto zu rennen.
Dabei habe ich es irgendwie geschafft an die Lampe zu kommen und damit nichts anbrennt hab ich Blödmann auch noch versucht sie beim Kippen aufzufangen.
Naja! Lange Rede, kurzer Sinn!
Die Platte die sich über der Flamme befindet hat jetzt halt einen eingebrannten Abdruck meines linken Zeigefingers und ich in diesem ein schönes taubes Gefühl! So bin ich halt!
Aber sonst gehts mir/uns gut!

Nach dem Zähneputzen bin ich dann auf dem Rückweg vom - bis jetzt - wohl luxuriösesten Toiletten/Duschhäuschen (großzügig, hell, sauber und klimatisiert) noch fast auf eine Gürteltier-Familie getrampelt. Dit sind ja och putz'che Tierchen (Ich kann mich gerade nicht daran erinnern die schon mal in 'nem Zoo gesehen zu haben). Der "Panzer" des größten hatte einen Durchmesser von ca. 25cm, hinten schliff ein ca. 30cm langer Schwanz auf dem sandigen Waldweg und vorn ragte ein nur faustgroßer Kopf heraus, der dem eines Schweines ähnlich sah. Mehr konnte ich im Licht der Taschenlampe nicht erkennen. Diese hatte ich mitgenommen, weil es hier wirklich sehr dunkel war und ich keine Lust hatte einer dieser "Spinnchen", die sich hier von Baum zu Baum ihr Netz gesponnen hatten, in die Quere zu kommen.
Die Nacht war trotz Wärme und Windstille angenehm, da es hier scheinbar keine Mücken gibt.

Heute ging es dann nach dem Frühstück wieder an den Strand, um uns vor der nächsten, diesmal nicht so langen Etappe noch ein wenig die Füße zu vertreten. Nach Wellenreiten und Strandspaziergang ging es dann weiter Richtung Süden.







Gelandet sind wir im New Smyrna Beach Campground mit Internet und gratis Übernachtung. Das gab es bis jetzt auch noch nicht. Aber die Frau an der Anmeldung war halt guter Laune und kam ganz nebenbei bemerkt auch aus Deutschland (irgendwas mit Rheinland).


Also werden wir diese Nacht mal ein paar neue Bilder hochladen und wünschen euch weiterhin viel Spaß beim Verfolgen unserer Reise.

Donnerstag, 2. September 2010

Wellenbaden in Edisto Beach

Da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Der gestrige Tag hat sich doch noch von einer besseren Seite gezeigt, als die vorhergehende Nacht. Charleston ist eine sehr hübsche Stadt, auch wenn ich mich an den bunt zusammengewürfelten Baustil noch nicht so recht gewöhnen kann. Bei 32°C sind wir etwa 3 Stunden durch die Stadt marschiert und haben uns die "Altstadt" angeguckt.


Immerhin ist das schon etwas älter als die Baracke aus den dreißiger Jahren, die wir uns in Huntington Beach angeschaut haben. Da mussten wir sogar noch einen Dollar Eintritt bezahlen und dann gab es darin praktisch nix zu sehen. Das war da schon etwas enttäuschend.



Aber Charleston hat schon ein ganz eigenes Flair. Es ist ein englisches Südsee-Flair, dass man sonst wohl eher selten findet. Ich kann die Stadt auf jeden Fall jedem empfehlen, der mal hier in der nähe unterwegs ist!



Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Süden zum nächsten Campingplatz. Diesmal nach Edisto Beach. Die Anmeldung gestaltete sich etwas schwierig, da die Station schon geschlossen war. Wir haben uns dennoch einen freien Platz gesucht und durch die Hilfe eines sehr freundlichen Park Rangers konnten wir auch so mit ruhigem Gewissen unser Lager hier aufschlagen. Der Campingplatz liegt direkt hinter der Düne zum Atlantik, weshalb wir erst mal die 30 m bis zum Wasser zurück gelegt und uns in die Brandung geworfen haben.

Video: Ron vs. the waves

Das wir nur für eine Nacht hier geblieben sind ist auch gut, denn Schatten gab es für das Auto und uns nicht. Und bei den Temperaturen hier wäre das nicht mehr so angenehm gewesen.
Auf dem Platz selbst durften keine Lampen in der Nacht angelassen werden, da das die Schildkröten am Strand irritieren könnte. Das hatte den Vorteil, dass wir uns einfach neben dem Auto in die Stühle setzen und beim Essen den Sternenhimmel beobachten konnten. Und der ist auch hier einfach unbeschreiblich. Ich weiß genau, dass mir das in Deutschland auf jeden Fall fehlen wird, so die Sterne anschauen zu können.
Auf dem Platz war es dann so dunkel, dass Ron beim Essen "Och, da sind ja auch wieder Glühwürmchen!" rief und kurz darauf feststellen musste, nur eine Zigarette beobachtet zu haben. So kanns gehen...



Die Nacht war auch sehr angenehm. Durch den Wind und das offene Gelände blieben wir weitestgehend von den Mücken verschont und die Temperatur lag auch auf einem angenehmen Maß von etwa 25°C. Heute nun geht es weiter in Richtung Süden. Mal sehen, wo es uns so hin verschlägt - der Plan steht noch nicht ganz fest. Aber Florida haben wir uns als Ziel schon mal vorgenommen.

Viele Grüße und bis bald!

Mittwoch, 1. September 2010

Pure Nature

Ich glaube, das sagt schon einiges. Aber was man (außer man hat es schon einmal erlebt) sich darunter nicht vorstellt, ist: Duschen mit Fröschen, Frühstück mit Eichhörnchen und "Essenskampf" mit unbekanntem Tier (Aktenzeichen XY: Fall ungelöst)?
Okay, dann alles von Anfang an!
Nach einem weiteren Einkauf in einem Walmart Supercenter und einer Tankfüllung, bei welcher der Lieter SuperPlus 0,55 € gekostet hat, sind wir dann im Huntington Beach State Park angekommen.
Eigentlich war geplant hier nur eine Nacht zu campieren, doch als wir auf einem gelben Schild neben dem Ranger, der uns so freundlich begrüßt hatte, in roten Buchstaben das Wort "Danger" und darunter "Alligators" gelesen haben war uns schon klar, dass wir hier einen weiteren Tag brauchen!
Als wir die Anmeldung hinter uns hatten (ist schon lustig hier, die brauchen halt immer Namen und Adresse, welche sie in ihren PC eintippen können, ob die Anschrift stimmt, is denen aber irgendwie völlig egal) ging es dann erst einmal wieder in den Atlantik zm abkühlen (DENKSTE). War aber trotzdem toll, weil die Wellen noch höher waren als in Virginia Beach. Hinzu kam der fast menschenleere Strand.

Nach einer wirklich erfrischenden Dusche mit Fröschen (einer saß von innen am Duschvorhang) und Abendbrot ging es dann zu Fuß zu den direkt am Campingplatz liegenden Sümpfen. Zum Glück war gerade Ebbe und so konnten wir einen Blick auf die Austernbänke werfen. Als wir dann den Kampf gegen die Mosquitos aufgegeben hatten, fiel der Entschluss noch einmal an den Strand zu gehen um Sterne zu gucken. Aber das war wie vom Regen in die Traufe. Irgendetwas (war ja dunkel) hat uns andauernd gebissen, gestochen, oder was weiß ich. Auf jeden Fall konnte man dann im Licht schöne kleine rote Punkte erkennen.

Das mit den Sternen hier ist echt fantastisch, ich dachte schon immer, dass es in Krimnitz viele zu sehen gibt, da ja keine Großstadt mit diesen künstlichen Lichtglocken in der Nähe ist. Aber hier ist einfach noch mehr Platz und somit die Nacht noch dunkler! Der Sternenhimmel sieht in natura viel besser und schöner aus, als es meine Kamera einfangen kann.


Am nächsten Tag ging es dann nach einem reichhaltigem Frühstück ab (zu den Mücken :) auf die Suche nach Alligatoren. An das Klima hab ich mich fast schon gewöhnt. Bei 85 bis 90% Luftfeuchtigkeit und 30°C im Schatten ging es eine Stunde lang durch einen Wald, in dem wir endlich dieses mysteriöse Geräusch, welches uns schon seit New York verfolgt, einem Tier zuordnen konnten: einem ca. 6 cm großen Insekt, dass mit seinem Hinterteil die verschiedensten (sehr lauten) Geräusche erzeugen kann.

Außerdem gab es wieder lustige Krebse zu beobachten, welche hier scheinbar jegliches Stück nasse Erde für sich beanspruchen. Danach ging zurück zu den Sümpfen. Diese waren jetzt mit Wasser gefüllt und boten mit den Inseln aus Schilf einen idealen Platz für Vögel, die sich an den zahlreichen Fische und Schrimps labten.

In der Frischwasserlagune (hier sollten sich die Alligatoren aufhalten) habe ich leider nichts außer weitere Vögel entdeckt. Robert hat einen Alligator gesehen. Am Rand zwischen den Sträuchern gab es auch noch ein schönes Spinnchen zu entdecken. Wenn die feinen Fädchen des Netzes nicht das Sonnenlicht reflektiert hätten, wäre sie uns gar nicht aufgefallen. (Also dieser Spinne möchte selbst ich nicht Nachts begegnen - Größe: ca. 12 cm)


 Nach dieser vierstündigen Tour, ging es zum Chillen an den Strand.
Am Abend wollten wir dann mal wieder alle Akkus (ich glaube langsam die von meiner Kamera vertragen die Hitze nicht) aufladen und mussten feststellen, dass wir das besonder Glück hatten eine defekte Station an unserem Stellplatz zu haben. Also nutzen wir eine vom gegenüberliegenden freien Platz. Als wir nach Zähneputzen und mit vollen Akkus zum Auto zurückkamen, war es passiert! Diebe! Mundraub! Mein letzter Blaubeerdonat, war weg :( Außerdem waren überall sandige Spuren im Auto! Also: Die Nacht fing schon mal gut an! Und so zog sie sich auch hin! Mosquitos, Ameisen und sonst noch so 'n nervendes Insektenzeug zusammen mit heißer, feuchter Luft! Ich glaube mehr brauch ich nicht zu schreiben.

Nachdem wir diese Nacht überstanden hatten, ging es heute früh noch einmal zum Atlantik. Robert konnte sich dem sportlichen Drang unterwerfen und wie Jason Bourne morgens am Strand joggen und ich habe die ruhigen Minuten genutzt, um mal einen Sonnenaufgang über dem Meer zu genießen.

Jetzt sind wir gerade in Charleston angekommen und werden uns mal von dem Flair dieser Stadt mitreißen lassen.

Bis später dann und lasst es euch gut gehen!

Camping am Fluss

Wir sind noch einen weiteren Tag in Virginia Beach geblieben und haben uns das Örtchen selbst noch zu Gemüte geführt. Virginia Beach besteht eigentlich nur aus einer ca. 10 km langen Promenade, an der Hotel an Hotel gereiht ist, sodass man weder das eine, noch das andere Ende sehen kann, wenn man mitten drauf steht. Das Wetter war blendend und so konnten wir es uns nicht verkneifen, ins Atlantikwasser zu springen. Bei Badewannentemperatur konnten wir die Wellen ausgiebig genießen.


Tags darauf sind wir wieder ins Auto gestiegen und haben uns auf den Weg weiter nach Süden gemacht. Das Autofahren macht hier richtig Spaß. Es geht zwar alles deutlich langsamer voran, als wir es von Deutschland gewohnt sind, dafür fahren aber alle sehr zivilisiert. Auf den großen Interstates fährt man meist 65 mph (etwa 105 km/h) und auf den Highways 55 mph (etwa 90 km/h). Dazu kommt, dass hier rechts und links überholt werden darf und die Abfahrten manchmal rechts und manchmal links sind. Außerdem nehmen die "Autobahnkreuze" vor allem bei den Großstädten hier teilweise echt komplizierte Formen an. Ohne Navi wäre man da manchmal ein bisschen wie verloren. Hat man sich aber erst mal an diese Veränderungen gewohnt, fährt es sich richtig gut. Es gibt vor allem genug Platz. Man fährt kaum mal auf einer Straße, auf der einem Verkehr entgegen kommt. Außer in den Städten sind die Gegenfahrbahnen meist durch etwa 10m breite Grünstreifen getrennt.


Und da man auch rechts überholen darf, werden auch keine Spuren durch notorische Linksfahrer blockiert. Hinzu kommt natürlich unser tolles Auto mit Automatikschaltung (ich bin noch nicht auf die "Kupplung" getreten!!) und Tempomat. So muss man auf den langen Wegen nichts machen, außer das Auto in der Spur zu halten und der Musik aus dem Bose-Soundsystem zu lauschen. Absolut entspannend.


Nach 180 Meilen Autofahrt sind wir an einem noch kleinerem Campingplatz im Croatan National Forest am Neuse River angekommen. Dieser hat nur etwa 30 Stellplätze, dafür konnten wir für 17$ hier übernachten. Den Abend sind wir dann gleich mal ins Wasser gesprungen, bzw. eher gelaufen, da der Fluss scheinbar auf seiner gesamten Breite nicht tiefer als 80cm wird. Ist zwar nicht das sauberste Wasser, dafür merkt man, dass wir immer weiter in den Süden kommen. Wir hatten etwa 27°C Lufttemperatur und das Wasser war deutlich wärmer...


Nachdem wir mittlerweile unsere Campingausrüstung fast komplettiert haben, gab es zum Abendbrot erst mal einen ordentlichen Teller Nudeln mit Tomatensauce und anschließend wurde der Abend mit Glühwürmchen und einem fantastischen Sternenhimmel ausklingen gelassen.
Tags darauf wurde zwangsläufig nur in der Sonne herum gelegen. Eigentlich wollten wir eine größere Wanderung durch den Wald machen, stellten aber fest, dass wir nach etwa 2 km auf dem einzigen Wanderweg wieder auf dem Campingplatz standen. Und kilometerweit auf geteerter Straße bei der größten Hitze entlangwandern wollten wir auch nicht. Also wurde der kleine Strand zum Herumliegen genutzt...
Die nächste Etappe in Richtung Süden ist ein weiterer kleiner State Park in der Nähe von Charleston, South Carolina namens Huntington Beach State Park.

Also denn, viele Grüße aus North Carolina!

P.S.: Vielleicht noch kurz was zum Essen. Die Amerikaner kennen tatsächlich kein vernünftiges Brot. Alles was die hier haben, hat die Konsistenz von sehr wabbeligem Toastbrot, nur dass es verschiedene Geschmacksrichtungen gibt. Gut, dass ich noch ein Notfallpaket von zu Haus mitbekommen hab. Ach ja, wo wir grad dabei sind: Schokolade ist für die hiesigen Temperaturen einfach nicht gemacht. Deshalb haben wir jetzt mehrere Klumpen Schokolade in unserer Kühlbox im Auto stehen...