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Donnerstag, 7. Oktober 2010

Wat ein pornöses Institut

Früh halb sechs ging es raus aus den Federn. Wir hatten schließlich einen straffen Zeitplan einzuhalten (wie schon seit etwa drei Wochen ;). Nach einem Frühstück bei frischer, kühler Luft und Sonnenaufgang im Joshua Tree National Park ging es in Richtung San Diego, was wir nach drei Stunden Fahrt auch pünktlich erreichten. Erwartet wurden wir von Jule, die ihren Arbeitstag extra für uns erst später begann.

Nach Begrüßung und Zeigen der Wohnung von Jule und Christoph chauffierten wir Jule noch zu ihrem pornösen, direkt am Meer liegenden Institut, welches wir uns auch erst einmal anschauen wollten.

Die Architektur ist schon ganz schön ausgefallen - unverputzter Beton, Fenster mit Meerblick, Innenhof mit Wasserlauf, Sonnenuntergang zwischen den Gebäudeteilen - nicht übel!
Und dazu noch Skulpturen aus Glas. Ein wirklich beeindruckendes Ensemble ;) Das einzige Problem war die fehlende Sonne - wir hatten in San Diego Bewölkung und 16°C Lufttemperatur. Das kommt da nicht all zu oft vor.


Dennoch wollten wir den Tag noch ein wenig nutzen und so machten wir uns auf zum Pine Trees State Park. Dieser liegt gleich nebenan und ebenfalls direkt am Meer. Das Auto wurde also am Strand abgestellt und wir gingen zu Fuß am Strand entlang zu dem State Park.
Auf dem Weg dorthin fand Ron wieder ein tolles Fotomotiv mit weißen Steinen am Strand und ankommenden Wellen. Dummerweise gefiel seiner Kamera das Motiv aber nicht und so stellte sie einfach ihre Dienste ein und behauptete einen Systemfehler in der Fokusautomatik zu haben. Und selbst gutes Zureden half nicht.

So ging es also, schon mit dem schlimmsten rechnend in den Park, welcher gute Gelegenheiten bietet zum Wandern und Natur bestaunen. Dies haben wir auch drei Stunden lang ausgenutzt. Glücklicherweise hat sich Ron's Kamera doch noch dazu überreden lassen, ein bisschen länger durch zu halten und so konnte die Wanderung durch den Wald und die Steilklippen hinunter in vollen Zügen genossen werden.



Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann auch noch durchsichtige Steine gefunden (kein Glas!) Ich hab den Stein auch erst mal für eine Qualle gehalten, aber nein, war es dann doch nicht. Wir wissen noch nicht, was das für Dinger sind, aber das finden wir sicher noch raus.

Zurück im Auto ging es dann zu den La Jolla Shores, ein eigentlich sehr hübscher Strand in einer relativ kleinen Bucht gelegen. Und unter normalen Umständen sieht das sicher noch besser aus. Bei schlechtem Wetter und - wie üblich - außerhalb der Saison war der Strand unbevölkert und nicht so gut gepflegt. Nichtsdestotrotz ließen wir uns nicht davon abhalten uns einmal ins kalte Wasser des Pazifiks zu werfen. Die Baderunde fiel nicht so lange aus, aber dafür können wir auch den Pazifik von unserer Erlebnis-Wunsch-Liste streichen.
Den Abend haben wir dann zusammen mit Jule und Christoph bei Burgern im ... und einer Runde UNO ausklingen lassen.


Der nächste Tag stand ungeplanter Weise ganz im Zeichen von Blog schreiben und Fotos aufarbeiten. So hatten wir abends nur noch Zeit, bei einer Hertz Station vorbei zu schauen, da unser Auto langsam aber sicher Luftdruck in einem Reifen verlor. Der freundliche Mitarbeiter im Marriot sagte uns dann, wir sollten das Auto am Besten austauschen, er hätte aber keine von diesem Typ da. Wir sollten also zum Flughafen fahren, wobei er uns gleich noch eine Adresse auf einer Karte anmarkerte. Dort angekommen standen wir allerdings vor einem weiteren Marriott Hotel und die Dame dort sagte uns, dass sie uns leider auch nicht helfen könne und ihr Freund Marcus wohl die falsche Adresse markiert hatte. Also ging es von dort aus weiter, diesmal wirklich zum Flughafen, wo wir das Auto auch ohne Probleme tauschen konnten. Dafür mussten wir allerdings erst einmal einen Ford Explorer ablehnen, weil der uns zu klein war. Am Ende sind wir bei einem weiteren Chevy Traverse gelandet. Diesmal aber in weiß! Da sieht man den Dreck besser drauf ;) Cool sieht er auf jeden Fall aus.

Tags darauf haben wir noch einen Blick von Harbor Island auf Downtown San Diego geworfen, was wir eigentlich auch schon den Tag zuvor hätten machen können, da die Autovermietung gleich um die Ecke liegt. Aber so konnten wir da gleich nocheinmal vorbeifahren, da unsere Fernbedienungen zum Öffnen der Türen nicht mehr funktionierten. Die nette Dame von Hertz wies uns dann erst einmal darauf hin, dass gleich gegenüber eine Militätbasis liegt und deren Störsender alles mögliche an Fernbedienungen im Umkreis lahm legen können. Auch mal eine interessante Erfahrung...


Nachdem wir uns dann mit Lebensmitteln für die nächste Woche eingedeckt und uns von Jule verabschiedet haben (wobei wir ihr Institut nochmal bei Sonnenschein bewundern konnten), ging es los in Richtung Norden zum Yellowstone National Park.


 

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Es gibt uns noch!

Wie schon der Titel sagt: es gibt uns noch. Wir sind jetzt im Yellowstone National Park und Internet ist hier sehr rar. Momentan sind wir an der Nordgrenze des Parks um wenigstens mal zu duschen und gleich geht es wieder hinein zum kochen und schlafen.
Morgen sind wir immernoch hier und machen uns dann auf den Weg zurück zur Ostküste. Wir hoffen dann auch die letzte Woche im Blog auch wieder aufholen zu können. Wir haben Unmengen toller Bilder dieses Parks, es gibt hier einfach viel zu viel zu sehen!
Allerdings ist hier auch schon fast der Winter ausgebrochen und den ersten Schnee hatten wir auch schon!!!


Also denn, dranbleiben und bis bald!

Montag, 4. Oktober 2010

Komische Bäume

Nachdem wir den Vormittag im 29 Palms Resort genutzt hatten, um den Blog mal wieder zu aktualisieren, ging es danach in die Stadt um etwas zum Frühstück für den nächsten Tag zu organisieren. Nachdem wir unsere Milch für den Haferschleim gefunden hatten, ging es zum Oasis Visitor Center. Hier hat uns die nette Rangerin ein paar Trails empfohlen, die wir in eineinhalb Tagen abwandern könnten.
Mit Karte gewappnet machten wir uns also durch den Nordeingang in den Joshua Tree National Park.
Gestartet haben wir mit einem 3 Meilen Round-Trip zum Gipfel des 1664 Meter hohen Ryan Montain.



Hier konnten wir uns einen tollen Überblick über die Landschaft verschaffen und sind zugleich dem Regen im Tal entkommen,


der uns von hier oben mit einem Regenbogen belohnt hat.


Nach dieser Tour ging es mit dem Auto zum 1581 Meter hohen Keys View, von wo aus man in das nächste Tal blicken konnte. Die trübe Luft, die einem hier die Sicht auf die Berge versperrte, waren nicht etwa Wolken. Es handelte sich dabei um Luftverschmutzung aus den Großstädten Südkaliforniens.


Weiter ging es dann zum Hidden Valley, wo wir die Felsen bei Sonnenuntergang betrachten wollten. Doch dafür kamen wir etwas zu spät, da sich die Sonne auch schon hinter den Wolken versteckt hat.


Angeguckt haben wir uns das verborgene Tal trotzdem und haben danach auch gleich auf dem gleichnamigen Campingplatz unseren Schlafplatz für die Nacht gefunden. Am nächsten Morgen bot sich bei aufgehender Sonne eine herrlich Kulisse für unser Frühstück.


Munter und gestärkt machten wir uns danach auf den Weg, um die "Lost Horse" Goldmine zu ersteigen. Was für eine trostlose Gegend! Also die Bäume sehen ja auch so schon ziemlich skurril aus, aber als dann so eine riesige Fläche abgebrannter, schwarzer Bäume zu sehen war, war das ganz schön bedrückend.


Die nächste "Enttäuschung" kam dann, als wir in dieser trostlosen Gegend endlich die Mine erreichten. Ein Zaun!


Na toll! Nicht nur, dass es einem das Knipsen erschwerte, auch dass man nicht näher an die ganze Sache heran konnte, hat uns dazu bewogen schon an dieser Stelle den Rückweg anzutreten. Dabei wurden wir auch noch von einem Regenguss überrascht. Da die Joshua-Trees nun auch nicht wirklich eine Unterstellmöglichkeit bieten, blieb uns nichts weiter übrig als weiter zu laufen. Am Auto angekommen hatte es dann aber auch schon wieder aufgehört. Trotzdem haben wir uns für den Zwischenstopp an der Hall of Horos mit unseren Regenjacken ausgestattet.


Ein bisschen haben wir die auch gebraucht. Doch dann hat sich endlich die Sonne durchgekämpft. So konnten wir ohne nass zu werden beim Skull Rock herumklettern.


Anschließend ging es weiter mit dem Auto zum Cholla Cactus Garden. Dies ist eine Ebene mitten im National Park, in der ein Kaktus neben dem anderen steht und so das ganze Tal ausfüllt.


Das waren interessante Kontraste, die sich da boten. Die unteren Teile der Kakteen waren schwarz verbrannt und darüber haben sich frische, helle Triebe gebildet.
Den letzten Halt für diesen Tag machten wir auf dem Campingplatz bei Cottonwood Spring. Von dort ging es zu Fuß los mit dem Ziel Lost Palms Oasis. Da wir an dieser Stelle aber ein Kommunikationsproblem ;) hatten, ging über einen "kurzen" Umweg zum Visitor Center, an welchem wir auf der Karte feststellten, dass wir auf der Hauptstraße doch in die andere Richtung hätten laufen müssen. (An dieser Stelle hat sich dann auch mal wieder mein Sprichwort: "Der rechte Weg ist immer der Linke." bewahrheitet.)
Am richtigen Ausgangspunkt angekommen starteten wir dann den 11,6 km langen Rundweg. Gleich am Anfang konnten wir einige der Palmen sehen.


Doch viel erstaunlicher war der Anblick auf diese am Ziel. Mitten in einem Canyon ragen auf einmal riesigen Palmen in die Höhe und fügen sich mit der rauen Felswand dahinter zu einem sehr gewöhnungsbedürftigen Bild zusammen.


Bevor wir dieses Bild jedoch auf uns wirken lassen konnten,
sind wir noch einer Schlange und einer Samt-Ameise begegnet.

Auf dem Rückweg konnten wir dann noch den Sonnenuntergang und eine "Tarantula", wie sie hier heißt, bestaunen.


Nach einer erneuten Katzenwäsche ging es zeitig ins Bett um am nächsten Morgen pünktlich in San Diego zu sein.