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Samstag, 18. September 2010

Einmal quer durch Texas - Fortsetzung!

Da es diesmal zeitiger los ging und die Etappe kürzer war, sind wir im Palo Duro State Park schon halb zwei angekommen. Das war zeitig genug, um uns gleich anzumelden. Dazu musste man nicht einmal aussteigen, sondern das passiert alles durchs Fenster.
Da fällt mir gleich noch etwas ein, was ich an dieser Stelle über die USA zu berichten habe. Thema: Bargeld holen.
Also hier ist es scheinbar so, dass Bargeld ein Zeichen dafür ist, bankrott zu sein (sonst würde man ja eine Kreditkarte haben). Und somit gestaltet es sich auch etwas schwierig an Bares zu kommen. Und wenn man dann mal ein Geldinstitut mit Automaten (zum Abheben von Geld oder zum Bezahlen von Rechnungen) in den kleineren Städten gefunden hat, müsste man natürlich auch dafür nicht aussteigen. Wie wir das in Deutschland von ungenannten Fast-Food-Restaurants kennen, gibt es das mit dem Drive-In (was eigentlich wie hier Drive-Through heißen müsste) auch bei Apotheken und Geldinstituten. Bei der letzten Frage nach einem Geldautomaten in einer Filiale der Bank of America kam dann auch erst mal die Frage zurück: "Wozu brauchen sie das denn?".
Weiter im Text:
Bei der Registrierung hat uns die liebe Frau gleich mitgeteilt, dass es keinen freien Zeltplatz gibt ;( , da es letzte Nacht ein Unwetter gab, welches die Plätze überflutet und mit einer Schlammschicht hinterlassen hat. Also haben wir erstmal einen Tagespass gekauft, um uns trotzdem ein bisschen umzugucken. Auf dem Parkplatz direkt hinter dem Gebäude gab es am Rand gleich tolle Hornochsen zu sehen. Nee, Quatsch! Richtig heißen die natürlich "Texas Longhorns".


Mir hat es aber keine Ruhe gelassen, dass trotz des verschlammten Campgrounds immer weitere Wohnmobile in diese Richtung fuhren. Also bin ich noch einmal in das Häuschen und habe nachgefragt, ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe hier zu Übernachten, da wir doch unsere Tour schon fest geplant hatten, nicht aus der Gegend sind und außerdem auch mal den Sternenhimmel hier betrachten wollten.
Ich weiß nicht, woran es lag. Aber bestimmt war es mein hübsches Lächeln ;)
Denn diese Dame sagte dann, "Let's see, what I can do for you!" und meinte plötzlich, das sie da noch ein romantisches Plätzchen hätte!
Ich musste mir das Lachen verkneifen, denn da Robert draußen Bilder gemacht hat, wusste sie ja nicht, mit wem ich durch die Staaten reise. Naja, aber der Punkt ist. Wir mussten unseren Plan nicht ändern und sind dann runter in den Canyon.
Nach einer kurzen Stärkung haben wir dann das Nötigste zusammen gepackt und wollten eine Wanderung starten. Die geplante Route konnten wir dann aber doch nicht ablaufen, da uns das Wasser den Weg versperrt hat.

Also ging es zurück zum Auto, durch mehrere Wasserpässe zu einem Punkt, wo ein Trail los ging, bei dem uns die Auswirkungen des Unwetters, was wir also aus der Entfernung mitbekommen haben, geringere Hindernisse bereiteten.


Schließlich war es dann schon 4:10 pm als wir mit dem 6 Meilen langen Trip loslegten.
Diese Gegend war einfach atemberaubend.


Die an der Hälfte der Strecke zu überwindende Höhe und das Wetter haben dieses Gefühl dann auch noch positiv bestärkt ;)


Es war hier zwar auch 35°C warm, aber die Luft war definiv trockener. Auf jeden Fall ist die Vorfreude auf den Grand Canyon weiter gewachsen.
Beim Sonnenuntergang hat sich auf dem Rückweg dann alles nocheinmal in einem ganz anderen Licht gezeigt.


Auch die kleinen und großen Krabbeltierchen wurden jetzt aktiv und haben sich nicht gescheut über den Trampelpfad zu marschieren.


Zurück am Stellplatz gabs dann Abendbrot unter Sternenhimmel (wie romantisch) und dann war der Tag auch schon gelaufen ;)


In der Nacht wurden wir dann noch einmal vom in der Felsenschlucht hallenden Geheule von Wölfen oder Kojoten aus unseren Träumen gerissen. Auf jeden Fall war diese Nacht angenehmer als die davor, auch wenn es sich deutlich abgekühlt hat (geschätzte 17°C). Doch dies hat uns nicht gestört. Im Gegenteil, so konnten wir endlich mal die Schlafsäcke richtig gebrauchen und austesten.


Nach einem Frühstück, bei welchem sich die Sonne dann auch über den Felsenrand kämpfte, ging es weiter Richtung Westen über die nächste Zeitgrenze raus aus Texas nach New Mexico.

Freitag, 17. September 2010

Die Amerikaner und ihre Gewohnheiten

Mir sind in der letzten Zeit wieder einige Dinge hier aufgefallen, die ich mal niederschreiben muss.
Wir hatten ja schon berichtet, dass man hier recht viele korpulentere Menschen sieht. In dem Zusammenhang fand ich sehr amüsant, dass der Amerikaner auch für solche Fälle sehr praktisch denkt. Denn: Was wird mit entsprechender Körpermasse schwieriger? Das Bewegen. In den riesigen Einkaufszentren muss man sich aber entsprechend etwas weiter bewegen, um alles Notwendige zu bekommen. Und da gibt es hier doch tatsächlich motorisierte Einkaufswagen, in die man (oder Frau...) sich rein setzen kann um dann bequem im Sitzen einzukaufen... Ein Bild werd ich davon noch nachreichen.

Ansonsten noch was zum Straßenverkehr. Auf den Interstates sieht man hier aller paar Meilen zerfetzte Autoreifen herumliegen. Das liegt eventuell an den niedrigen Bestimmungen für die Fahrzeuge hier. Besonders lustig ist dabei, dass man häufig Schilder zu sehen bekommt, auf denen mit hohen Geldstrafen für das Wegwerfen von Müll an den Interstates und Highways gedroht wird (teilweise bis 2.000$). Die Autoreifen bleiben hier allerdings einfach so liegen. Heut bin ich schon mit vollem Tempo über ein größeres Stück Reifen drüber gefahren, weil ich es erst zu spät gesehen hab. Gut, dass das Auto auch etwas größer ist, so ist dabei nix passiert.
Zum Thema Autofahren haben wir vor einigen Tagen auch noch ein Video gemacht: eine eher ungewöhnliche Straße, da nur zweispurig, dafür aber endlos geradeaus. Zu beachten ist auch die Musik im Hintergrund - der Elvis-Satelliten-Radiosender!


Und das Dritte, was mir noch so aufgefallen ist, sind die gemähten Rasen. Ich glaub so langsam, dass das hier eine Art Volkssport ist. Oder man zumindest komisch angeguckt wird, wenn der Rasen nicht perfekt gemäht ist. In den Vorstädten und kleineren Ortschaften, OK, da kann man das ja noch nachvollziehen. Aber mitten in der Pampa, wo die Grundstücke an sich schon groß sind und das Grundstück des Nachbarn ewig weit weg ist? Selbst da könnte man im "Vorgarten" noch gut und gerne Golf spielen. Ebenso an den Highways. Wenn die außerhalb der Städte langgehen hat man links und rechts und in der Mitte breite Grünstreifen, die über dutzende Meilen hinweg gründlich zurechtgestutzt sind. Was für ein Aufwand.

Donnerstag, 16. September 2010

Einmal quer durch Texas!

Bis nach Dallas haben wir es dann doch nicht geschafft. Hatten wir nach reichhaltiger Überlegung auch nicht wirklich vor. Irgendwie hatten wir nach New Orleans genug von Großstädten und deren menschenleeren, fast ausgestorbenen Zentren. Aber: Wir haben es bis nach Texas geschafft. Unseren ersten Stopp hatten wir im Caddo Lake State Park. Angekommen sind wir dort erst gegen 6 Uhr abends, was bei einer Strecke von 385 Meilen (das sind rund 620 km) und einem Einkauf der nötigsten Frühstücksnaturalien (O-Saft, Eier, Marmelade, Frischkäse und Bagles) auch nicht anders zu erwarten war. Da zur Registrierung aber keiner mehr da war, haben wir uns einfach einen der leeren Plätze ausgesucht und sind dann vor dem Essen gleich noch zum See gegangen um uns ein wenig die Füße zu vertreten.


Also zum Baden ist dieser See nicht geeignet. Dafür ist es bestimmt richtig toll ihn mit einem Boot zu befahren.

 Auch bei Dunkelheit, hat sich dank des beleuchteten Stegs ein Blick auf die vielen Fische und Schildkröten gelohnt. 

Nach einer, wider aller Erwartungen, doch Mücken-freien Nacht (also beim Essen waren die Viehcher extrem schlimm) ging es nach einem kurzen Fotohalt am See (damit auch noch ein paar Bilder bei Sonnenlicht gemacht werden konnten) zur Registrierung. Dort haben wir noch erfragt, dass es sich bei den Bäumen um Zypressen und bei dem Zeug, was da so runter hängt, um spanisches Moos handelt.


Und schon ging unser Trip durch Texas weiter. 


 Über Hügel, vorbei an Feldern, Wäldern und riesigen Pferde- oder Kuhranches sind wir dann im Lake Arrowhead State Park angekommen. 


Um noch einmal auf die hügeligen Straßen zu kommen: Also das hat schon etwas von Achterbahnfahren, nur halt ohne Looping. Man wird bei einem Tempo von rund 60 mph (Meilen pro Stunde) richtig in den Sitz gedrückt oder halt, wenn die Straße plötzlich nach unten geht, aus diesem heraus gehoben.
Natürlich sind wir auch hier zu spät angekommen um uns direkt bein Einfahren zu registrieren. So mussten wir erst einmal 'ne Rund drehen um uns einen Platz auszusuchen und einen ersten Eindruck von der Gegend zu bekommen.

Beim Blick auf den See, der hier nicht zugewachsen war, haben wir neben richtig dicken Wildgänsen auch noch kleine lustige Tierchen entdeckt, die man hier als "Prärie-Hunde" bezeichnet. Ich würde sie mit den mir aus Österreich (Gruß an ALLE, die da mit dabei waren) bekannten Murmeltieren vergleichen. 

Als wir uns dann "eingerichtet", kurz die weiteren Tage besprochen und das Essen fertig hatten, fing es an. Mücken!
Also ich habe mich ja die restlichen Tage irgendwie damit arrangieren können. Aber das war selbst mir zu viel. Ich weiß nicht, was die Biester gestochen hat ;)?! War es das Gewitter, was an uns vorbei zog und nur ein paar Tropfen über uns verlor, die schwüle Luft oder ... Wie das immer so ist, kann man es nicht bestimmen. Fest steht, man konnte keine Sekunde still stehen bzw. sitzen, was dazu führte, dass wir mit unseren Schüsseln in der Hand hin und her gelaufen (teilweise gehammpelt) sind und nebenbei versucht haben unser Essen in den Mund und nicht auf den Boden zu bekommen.
Nach dieser Tortur ging es dann Duschen um ein wenig die Zeit verstreichen zu lassen, denn wir hatten noch die Hoffnung, dass sich die Plagegeister ja auch einmal zur Ruhe setzen müssten. (DENKSTE)
Danach wurde es nicht besser. Jede Licht-/Wärmequelle hat wie ein riesiger Magnet gewirkt und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns ins Auto zu packen um zu schlafen. Da das Gewitter aber auch noch nicht so richtig vorbei gezogen war und sich diese feuchte warme Luft kein bisschen bewegte, hat sich das Einschlafen extrem schwierig gestaltet. Naja, überlebt haben wir die Nacht dann doch irgendwie ;)


Und so ging es am nächsten Tag, zeitiger als sonst, nicht ganz ausgeschlafen weiter in den Westen.

Mittwoch, 15. September 2010

Zu Besuch in New Orleans

Nachdem wir gestern Abend erst relativ spät hier in New Orleans angekommen sind, standen wir vor verschlossenen Türen. Der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten, war schon geschlossen und es ließ sich auch niemand mehr ausfindig machen, der uns hätte Zutritt verschaffen können. Nun gut, da nebenan noch ein Motel war, fragten wir dort mal nach dem Preis. Bei 40$ pro Nacht, einem etwas merkwürdigen Inder als Besitzer und komischen Blicken von weiteren Bewohnern auf unser Auto, entschlossen wir uns allerdings noch ein Stück weiter zu fahren zum nächsten Campingplatz. Dort trafen wir schon auf das nächste Problem, denn es waren keine Zettel für die Nachtregistrierung mehr da, die eigentlich vorgeschrieben ist. Aber da es schon spät war und wir uns ja bemüht hatten, stellten wir das Auto auf eine freie Stelle (direkt neben den Pool *grins*) und machten uns was zu Essen. Am späteren Abend lief mir dann aber doch noch der Platzwart über den Weg, der sich erst mal über das mangelhafte Personal bezüglich fehlender Zettel aufregte, und ich konnte uns noch registrieren.

Heute früh ging es dann nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Bus in Richtung French Quarter. Das Busfahren hier ist schon etwas anders, als zu Hause. Zum Beispiel hängen hier nirgends Fahrpläne aus, die muss man sich entweder irgendwo anders besorgen, oder man wartet einfach auf den nächsten Bus. Und Bushaltestellen haben auch nur ein kleines Schild, dass der Bus gegebenenfalls da hält und mit viel Glück noch eine Bank. Überdachte Häuschen gibt es hier noch seltener. Wenn man mitfahren möchte, stellt man sich hier einfach an die nächstbeste Haltestelle, in Miami musste man auch noch die Hand heben um den Mitfahr-Wunsch anzuzeigen, dann hält der Bus direkt an der Straße. Haltebuchten für Busse gibt es hier natürlich auch nicht. Lustig ist auch das System für den Haltewunsch: da muss man hier noch an einer Strippe ziehen, die quer durch den Bus gehängt ist und das Signal dann elektronisch an den Fahrer weitergibt. Auf der Rückfahrt heute Abend gab es dann noch den Knaller: da hält der Bus an einer Haltestelle an und der Busfahrer springt raus, läuft zu der benachbarten Tankstelle und holt sich erst mal was zu trinken und geht auf Toilette. Nach etwa 4 Minuten ging es dann einfach weiter. Das könnte sich in Deutschland kein Busfahrer leisten, da würden sich die Rentner ja sofort aufregen. *lach*
Nun gut. Unsere Buslinie ging dann auch nicht ganz bis zum French Quarter, sodass wir umsteigen mussten. Weiter ging es aber nicht mit einem Bus, sondern mit einem "City Car", was einer älteren Tram am nächsten kommt. Das war schon echt retro. Holzbänke, offene Fenster, ruckeliges Fahren. Aber ganz angenehm, wegen der frischen Luft.


Lustig fand ich dabei, dass die Bahnstrecke auch gleich als Jogging-Strecke benutzt wird und man halt nur den entgegenkommenden Trams ausweicht.


Angekommen im French Quarter sind wir dann zu Fuß durch das Viertel spaziert und haben wieder eine Menge Eindrücke mitgenommen. Also ich fand die Architektur sehr hübsch, vor allem, weil es mal recht einheitlich aussah und nicht so bunt zusammengewürfelt. Andererseits ist es teilweise auch sehr zerfallen, was man eventuell noch auf die Schäden durch den Hurrican Katrina von 2005 zurückführen kann. Teilweise war der Geruch auch sehr unangenehm. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, woher das kam.



Vom French Quarter aus wollten wir dann weiter zum Garden District und wählten dabei einen Weg am Mississippi entlang. Womit wir schon wieder nicht gerechnet haben, war, dass hier grad keine Saison ist. Daher waren auf dem Fluss kaum Dampfer unterwegs und die Haupteinkaufsmeile am Fluss war völlig ausgestorben. Das hier wenig Leute unterwegs sind, ist ja für die Nationalparks von Vorteil, in so einer großen Stadt kommt man sich dann aber doch etwas komisch vor.


Trotzdem haben wir unseren Weg weiter fortgesetzt, sind dabei auch noch an teilweise nicht so hübschen Flecken von New Orleans vorbeigekommen und haben dann den Garden District erreicht. Da gab es dann aber außer ein paar hübschen Häusern (großteils aus Zeiten von Baumwoll- und Zucker-Monopolen) nicht all zu viel zu sehen. Interessant fand ich vor allem die riesigen, mehrere hundert Jahre alten Bäume, die den gesamten Stadtteil durchziehen.



Anschließend haben wir uns bei der hiesigen Wärme noch mit Eis und kalten Getränken eingedeckt. Dabei hab ich mir die Sprite beim Öffnen natürlich erst mal über beide Arme verteilt. Verdammte Kohlensäure! Und dann klebt das Zeug auch noch so. Also ging es dann, ohne etwas anzufassen, wieder mit Tram und Bus zurück zum Campingplatz und nach einer ausgedehnten Runde im Pool ist der heutige Tag mit vielen Eindrücken abgeschlossen.
Morgen machen wir uns dann auf in Richtung Dallas. Mal sehen, wie weit wir kommen.

Dienstag, 14. September 2010

Suchbild - die Zweite

Um die Durststrecke der letzten Tage auszugleichen: hier gleich noch ein zweiter Post. Auch heute hat sich ein Tier geschickt in dem Bild versteckt. Wer findet es als erster? Etwa Jaafar? Es muss doch auch andere begeisterte Suchbild-Entwirrer geben! ;)



P.S.: Im letzten Bild hat sich keine Motte, sondern ein viel ausgeklügelteres Insekt versteckt. Und zwar so etwas wie ein wandelndes Blatt. Nur halt in anderer Farbe und etwas kleiner. Ich kann nicht genau sagen, was es war. Sah aber interessant aus.

Montag, 13. September 2010

Okaylie Dokelie - Da sind wir wieder!

Und ich fasse mal gleich die letzten Tage zusammen.
Angefangen bei der Ankunft auf dem Campingplatz am 10. September. Da war er!
Ich dachte bis zu diesem Tage, dass die Figuren von den Simpsons irgendeiner Fantasie entsprungen sind. Doch wenn es Vorlagen geben würde, dann wäre eine bestimmt der Besitzer des Campgrounds in Old Town gewesen. Ich musste mir schon nach der Anmeldung das Lachen verkneifen und habe meine Gedanken erst einmal noch für mich behalten. Doch als wir uns dann unseren Platz ausgesucht hatten, kam er noch einmal zu uns und fragte, ob alles in Ordnung sei. Da konnte ich ihn mir auch genauer betrachten. Basecap, Brille und schwarze Oberlippengarnitur - Nach wem sieht das wohl aus? Und als er sich dann noch mit einem "Okaylie Dokaylie" verabschiedet hatte, war es so weit. Ein lauter innerer Lacher und die Frage zu Robert: "Täusch ich mich, oder sieht der aus wie Ned Flanders?" Erst dann ist es ihm auch aufgefallen und wir konnten uns die Nudeln mit einem Schmunzeln im Gesicht weiter schmecken lassen. Auf der Etappe am nächsten Tag haben wir dann auch die erste Zeitgrenze durchbrochen. Wat für 'ne Erfindung! Da geht dann halt die Sonne fünf Meter weiter Richtung Westen 'ne Stunde früher unter! Das Ziel hieß Panama City Beach, St. Andrews State Park.


Was für ein Strand!
Also wenn mich jetzt jemand fragen würde, wo man in den USA am besten hinreist um einen Badeurlaub zu machen, würde ich genau diesen Ort nennen. Aber bevor wir diese Traumstrand genießen konnten, lag noch ein kleinerer Fußmarsch vor uns. Durch den Campingplatz, vorbei an einem Steg, von dem aus ich eine Schildkröte gesehen habe, ging es zu einem See. Dort haben wir unsere Route noch durch einen zusätzlichen Wanderweg verlängert.
Mann, war das anstrengend!
Oder vielleicht auch nicht? Vielleicht hat dieser Trail mit einer Länge von sagenhaften 0,58km auch nicht das Wort Wanderweg verdient. Aber für einen (hier immer mehr zum Vorschein kommenden), für uns klischeehaften, typischen Amerikaner, mit einer in Körpermasse angelegten Notfallreserve von 20kg, kann dieses Stück sicherlich anstrengend werden.
Was das angeht, erhoffen wir uns für den Mittleren Westen echt noch eine Änderung, um mal etwas weiter laufen zu können, so dass es sich auch lohnt zu schwitzen (das tut man hier so wie so, bei einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 95% bei 30°C).


Das Stückchen hat sich in soweit dann doch gelohnt, dass wir erneut einen Alligator sehen und uns auch von dem weißen Sand beeindrucken lassen konnten.


Als sich zu diesem noch das grün schimmernde Wasser vom Golf von Mexico dazugesellte, kam ich mir vor, wie in einem Werbefoto für einen Südseeurlaub (die Palmen kann man ja mit PhotoShop auch später noch dazu machen ;).
Bei abendlichem Sonnenuntergang konnten wir von der Seebrücke aus noch zwei Hochzeiten beobachten.



Das war schon ein komischer, skurriler Anblick. Zwei Hochzeiten am Strand. Gut. Aber doch nicht in einem Abstand von 25m, umgeben von Badegästen und um die gleiche Uhrzeit?! Dann ist das doch auch nichts besonderes mehr?!



Nach dem Sonnenuntergang wurde es dann auch rasch dunkel und da sich das kleine Läppchen, welches immer so schön in unserer Gaslampe geglüht hat, in Staub zersetzt hatte, hieß es dann Essen kochen mit Taschenlampe - bin ich froh, dass ich die noch eingepackt habe.
Um unseren lieben Seelen noch etwas Ruhe zu gönnen, hatten wir uns schon vor der Anmeldung dazu entschieden hier zwei Nächte zu verbringen. Da wir den Wanderweg aber schon abgearbeitet hatten und wir auch keine Lust hatten uns zum Sonntag in die Stadt zu begeben, blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag irgendwie am Strand über die Runden zu bringen ;)



Das kann aber bei den Temperaturen (vom Wasser) auch anstrengend sein - in der Badewanne hält man es ja auch nicht ewig aus.
Was dann doch für ein wenig Abwechslung gesorgt hat, war das Geräusch, welches man auf einmal unter Wasser hören konnte. Delfine! Das war wieder einer dieser atemberaubenden Momente. Circa 10m von uns entfernt, haben sie sich im Wasser getummelt.

Nach einem Frühstück, bei welchem wir uns noch gegen ein rehartiges Tier behaupten mussten, ging es weiter nach New Orleans.