Nachdem wir gestern Abend erst relativ spät hier in New Orleans angekommen sind, standen wir vor verschlossenen Türen. Der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten, war schon geschlossen und es ließ sich auch niemand mehr ausfindig machen, der uns hätte Zutritt verschaffen können. Nun gut, da nebenan noch ein Motel war, fragten wir dort mal nach dem Preis. Bei 40$ pro Nacht, einem etwas merkwürdigen Inder als Besitzer und komischen Blicken von weiteren Bewohnern auf unser Auto, entschlossen wir uns allerdings noch ein Stück weiter zu fahren zum nächsten Campingplatz. Dort trafen wir schon auf das nächste Problem, denn es waren keine Zettel für die Nachtregistrierung mehr da, die eigentlich vorgeschrieben ist. Aber da es schon spät war und wir uns ja bemüht hatten, stellten wir das Auto auf eine freie Stelle (direkt neben den Pool *grins*) und machten uns was zu Essen. Am späteren Abend lief mir dann aber doch noch der Platzwart über den Weg, der sich erst mal über das mangelhafte Personal bezüglich fehlender Zettel aufregte, und ich konnte uns noch registrieren.
Heute früh ging es dann nach einem gemütlichen Frühstück mit dem Bus in Richtung French Quarter. Das Busfahren hier ist schon etwas anders, als zu Hause. Zum Beispiel hängen hier nirgends Fahrpläne aus, die muss man sich entweder irgendwo anders besorgen, oder man wartet einfach auf den nächsten Bus. Und Bushaltestellen haben auch nur ein kleines Schild, dass der Bus gegebenenfalls da hält und mit viel Glück noch eine Bank. Überdachte Häuschen gibt es hier noch seltener. Wenn man mitfahren möchte, stellt man sich hier einfach an die nächstbeste Haltestelle, in Miami musste man auch noch die Hand heben um den Mitfahr-Wunsch anzuzeigen, dann hält der Bus direkt an der Straße. Haltebuchten für Busse gibt es hier natürlich auch nicht. Lustig ist auch das System für den Haltewunsch: da muss man hier noch an einer Strippe ziehen, die quer durch den Bus gehängt ist und das Signal dann elektronisch an den Fahrer weitergibt. Auf der Rückfahrt heute Abend gab es dann noch den Knaller: da hält der Bus an einer Haltestelle an und der Busfahrer springt raus, läuft zu der benachbarten Tankstelle und holt sich erst mal was zu trinken und geht auf Toilette. Nach etwa 4 Minuten ging es dann einfach weiter. Das könnte sich in Deutschland kein Busfahrer leisten, da würden sich die Rentner ja sofort aufregen. *lach*
Nun gut. Unsere Buslinie ging dann auch nicht ganz bis zum French Quarter, sodass wir umsteigen mussten. Weiter ging es aber nicht mit einem Bus, sondern mit einem "City Car", was einer älteren Tram am nächsten kommt. Das war schon echt retro. Holzbänke, offene Fenster, ruckeliges Fahren. Aber ganz angenehm, wegen der frischen Luft.
Lustig fand ich dabei, dass die Bahnstrecke auch gleich als Jogging-Strecke benutzt wird und man halt nur den entgegenkommenden Trams ausweicht.
Angekommen im French Quarter sind wir dann zu Fuß durch das Viertel spaziert und haben wieder eine Menge Eindrücke mitgenommen. Also ich fand die Architektur sehr hübsch, vor allem, weil es mal recht einheitlich aussah und nicht so bunt zusammengewürfelt. Andererseits ist es teilweise auch sehr zerfallen, was man eventuell noch auf die Schäden durch den Hurrican Katrina von 2005 zurückführen kann. Teilweise war der Geruch auch sehr unangenehm. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, woher das kam.
Vom French Quarter aus wollten wir dann weiter zum Garden District und wählten dabei einen Weg am Mississippi entlang. Womit wir schon wieder nicht gerechnet haben, war, dass hier grad keine Saison ist. Daher waren auf dem Fluss kaum Dampfer unterwegs und die Haupteinkaufsmeile am Fluss war völlig ausgestorben. Das hier wenig Leute unterwegs sind, ist ja für die Nationalparks von Vorteil, in so einer großen Stadt kommt man sich dann aber doch etwas komisch vor.
Trotzdem haben wir unseren Weg weiter fortgesetzt, sind dabei auch noch an teilweise nicht so hübschen Flecken von New Orleans vorbeigekommen und haben dann den Garden District erreicht. Da gab es dann aber außer ein paar hübschen Häusern (großteils aus Zeiten von Baumwoll- und Zucker-Monopolen) nicht all zu viel zu sehen. Interessant fand ich vor allem die riesigen, mehrere hundert Jahre alten Bäume, die den gesamten Stadtteil durchziehen.
Anschließend haben wir uns bei der hiesigen Wärme noch mit Eis und kalten Getränken eingedeckt. Dabei hab ich mir die Sprite beim Öffnen natürlich erst mal über beide Arme verteilt. Verdammte Kohlensäure! Und dann klebt das Zeug auch noch so. Also ging es dann, ohne etwas anzufassen, wieder mit Tram und Bus zurück zum Campingplatz und nach einer ausgedehnten Runde im Pool ist der heutige Tag mit vielen Eindrücken abgeschlossen.
Morgen machen wir uns dann auf in Richtung Dallas. Mal sehen, wie weit wir kommen.
2 Kommentare:
Hoi!
Schön, wieder was von euch zu hören, man macht sich dann ja doch Sorgen... ich hoffe, bei euch ist alles in bester Ordnung!
Die Trams haben mich am meisten fasziniert, hoffe, davon habt ihr ein paar mehr Bilder (auch bewegte...) :D
Viele Grüße und alles Gute!
Jaafar
Hey ihr beiden,
ich finde euren Blog supertoll! Ich dachte eigentlich, dass ihr schon längst viel weiter sein würdet, wenn ich in USA ankomme, aber ich stelle mit Freude fest, dass ihr die Westküste noch nicht erreicht habt. so komme ich in den Genuss euch ein "meet and greet" vorzuschlagen ;)
Also, wir werden 24. bis 27. September in Las Vegas sein, 28.September bis 3.Oktober dann am Bryce Canyon und Antelope Canyon. Ab 5. Oktober können wir euch einen Schlafplatz bei uns in San Diego anbieten. Vielleicht seid ihr ja zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort! San Diego ist ne Reise wert.
Nagut, meldet euch,
Jule und Christoph
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