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Mittwoch, 13. Oktober 2010

So ist das Leben eben!

Zum Frühstück hat es das Wetter noch gut mit uns gemeint, obwohl der Wind das Wasserkochen schon etwas erschwert hat. Dann fing es auf einmal richtig an zu regnen. Ja, Regen! Kein Schnee :(
So ging es erst einmal zu unserem ersten Ziel für diesen Tag, dem Norris Geyser Basin. Auf dem Weg dort hin haben wir einen Stopp bei den Artists Paintpots gemacht.


Zum Glück hatte der Regen inzwischen etwas nachgelassen und so konnten wir die Kameras auspacken um diese farbigen Bodenlöcher zu dokumentieren. Die Bilder kann man dann bestimmt besser genießen, wenn dieser Geruch nicht mit dabei ist ;). Nach einem weiteren Halt am "Steamboat Geyser" sind wir schließlich am geologisch aktivsten Gebiet des Yellowstone angekommen.
Durch dieses Gebiet zu laufen, war etwas surreal. Der ganze Qualm, die vom Feuer (1988) verschonten Baumreste und dann diese Bäume im Geysirgebiet.


Diese sind "gestorben", als sich im Jahre 2003 der Boden in der Nähe des Flusses für mehrere Wochen auf 95°C erhitzt hat. In dieser Höhe über dem Meeresboden liegt der Siedepunkt von Wasser unter diesem Wert. Die Wurzeln der Bäume wurden also gekocht - unvorstellbar, aber so ist ...!
Während eines längeren Smalltalks mit einem älteren Herren (ein pensionierter Geologielehrer), der laut seiner Aussage schon 600 mal in diesem Park war, konnten wir wieder einiges über das Land, die Leute und den Park erfahren und sind danach weiter in Richtung Canyon Village gefahren.
Auf dem Weg dort hin konnten wir noch einen Blick auf die Virginia Cascade werfen. Kein richtiger Wasserfall aber trotzdem toll zu sehen, wie solche Wassermassen einen schrägen Hang hinunter rasen.
Da das Wetter im Canyon Village gerade nicht so toll war, haben wir die dort zu sehenden Wasserfälle hinten angestellt und sind am Yellowstone River in Richtung See gefahren.
Auch auf dieser Strecke konnten wir trotz Regen nicht ohne Stopp am Sulphur Caldron und Mud Volcano vorbei fahren.
Da gab es unter anderem eine Höhle zu sehen. Aus dieser war ständig ein unheimliches Grollen zu hören und während unten dreckiges Wasser in Wellen heraus schwappte, stieg oben weißer Dampf in den Himmel. Der Name - Dragon Mouth - ist somit völlig gerechtfertigt.


Außerdem gab es hier auch mal einen großen "Geysir" zu sehen, aus dem kein Wasser, sondern Schlamm raus blubberte.


Dann kam die Sonne raus, aber wir konnten dennoch nicht den gesamten Trail ablaufen. Warum?! Naja, da war eine Herde Bisons, die neben dem Weg auf der Wiese lag. Ich finde diese Tiere zwar richtig toll, aber zu nah möchte ich einer Kuh mit Kalb dann auch nicht kommen.


Also ging es dann bei Sonnenschein weiter, ohne alles abgelaufen zu haben, aber so ist ...!

Auf einmal waren am Straßenrand ein paar Autos und ein Haufen (Hobby-)Fotographen. Obwohl wir, dank des netten Mannes, schon ahnen konnten, was es da zu sehen gibt, haben wir unser Auto auch am Straßenrand abgestellt und uns zur Masse gesellt.
Ein Bison, welches von einem Wolf belauert wurde.
Nachdem wir uns die Story auch noch von einer Frau, die das Geschehen seit zwei Stunden beobachtete, angehört hatten, konnten wir uns die größere Geschichte zusammenreimen. Also: das Ganze musste wohl schon ein oder zwei Tage andauern und an diesem Morgen hatte ein Mann gesehen, wie sich mehrere Wölfe auf das geschwächte Bison gestürzt hatten. Nun war nur noch der eine Wolf da um die Sache zu "überwachen" bis es mit dem Bison dem Ende entgegen geht. Das ist echt hart mit anzusehen, aber so ist das ...!

Nachdem wir uns weiter auf unseren Weg gemacht hatten, gab es eine riesige Herde auf der anderen Seite des Yellowstone River zu bestaunen und kurz danach gab es "Stau". Kein Autounfall! Nee, Bisons auf der Straße! Wie in den Alpen beim Almabtrieb, nur halt ohne "Aufsicht".


Also ich habe ja die ganze Zeit gehofft, wenigstens ein Bison zu Gesicht zu bekommen. Aber das es hier so viele gibt, hätte ich nicht gedacht.
Im Örtchen Fishing Bridge am Yellowstone Lake war auch schon alles auf Winter eingerichtet und so konnten wir an einem menschenleeren Strand den riesigen See begutachten.


Dann ging es wieder zurück in den Norden, an allen anderen "Attraktionen" nochmal vorbei, um im Canyon Village im Schatten der Bäume (es war ganz schön frisch ohne die Sonne) 328 Stufen hinab in die Felsenschlucht zu steigen.


Bei mir hat diese Treppe auf dem Weg nach unten schon ein wenig für Gummibeine gesorgt. Der Grund dafür war nicht etwa die Höhe, sondern die Tatsache, dass man den tiefen Abgrund durch die teilweise verbogenen (fragt mich bloß nicht von wem) Metallstufen wie bei einem Fußabtreter sehen konnte.

Am Ende angekommen ließ sich, mit festem Felsboden unter den Füßen der Blick auf die Lower Falls wirklich genießen und
neben den herunter stürzenden Wassermassen gab es auch den Canyon zu bestaunen.

Nach einem "Wettlauf" etwa 200 Stufen am Stück hinauf haben unsere Lungen schon ganz schön aus dem letzten Loch gepfiffen. (und wir haben uns auf dem Weg nach unten gefragt, warum die Leute so keuchen) Aber wenn man diese Art von Anstrengung bei so dünner Luft (wat 'n Höhentraining) nicht gewohnt ist, ist das auch kein Wunder. Wir waren dennoch stark genug den Hustenreiz zu unterdrücken und konnten einer freudig dem Abstieg entgegen gehenden Familie ein freundliches "Hi" entgegen hau(ch)en.
Weiter ging es auf die andere Seite des Flusses, um von hier aus zu dem Punkt zu laufen, an dem das Wasser in die Tiefe stürzt.


Das waren dann noch einmal 600 Fuß runter und wieder hinauf ;). Nachdem wir dann noch alles vom Lookout Point überblickt hatten, führte uns die Straße über den 2700 m hohen Dunraven Pass zum Tower Fall.


Den hatten wir uns etwas spektakulärer vorgestellt und so fuhren wir nach einem kurzem Fotostopp zum Campground in Mammoth Hot Springs.
Der sollte eigentlich Duschen haben. Hatte er aber nicht. So mussten wir nach der Registrierung noch fünf Meilen bis zum Ausgang des Parks fahren, um dann endlich - nach drei Tagen - in einem Waschsalon für 4$ ganze acht Minuten heißes Wasser aus der Wand auf den Kopf genießen zu können. Aber so ist das Leben eben.
Nach einem Abendbrot bei eisigen Temperaturen ging es erschöpft vom Tag und den vielen Eindrücken ab ins Bett.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Halli hallo! Hier die Käääthe! Also Ronald, nur wegen den tollen Fotos bis jetzt kann ich dir das mit der Postkarte verzeihen ;)! Echt irre Bilder dabei! Genießt noch die letzten Tag über´m großen Teich!!! Bis bald...